Kurzporträt

Am 6. März 1998 eröffnet die Neugass Kino AG mit den Filmen «The Boxer» und «Tutti giù per terra» die Kinos Riffraff 1 und 2. An diesem Tag hält – nach langjähriger Pause – der Film wieder Einzug in die Liegenschaft an der Neugasse 57/59.

Das Haus, das sich mitten im neu erwachten Kreis 5 befindet, kennt eine lange Kino-Tradition: Bereits im Jahre 1913 führt dort das «Volkstheater» Stummfilme vor; 1929 mutiert das Lichtspieltheater zum «Cinema Modern» und prägt während der nächsten 17 Jahre die filmfreudige Langstrasse mit. Nach einer wechselvollen Geschichte werden die Räumlichkeiten in den 70er-Jahren zu einem Spielsalon, der bis in die 90er-Jahre betrieben wird. Zur selben Zeit will die Genossenschaft Kino Morgental mit einem zweiten Kino ins Stadtzentrum ziehen. Die Liegenschaft an der Neugasse bietet sich an: Nicht nur der gute Kinogeist des Hauses, auch die Lage ist wie geschaffen für das neue Riffraff.

Mit der Marcel Meili, Markus Peter Architekten AG und der Staufer & Hasler Architekten AG plant die frisch gegründete Neugass Kino AG das neue Kinoerlebnis. Die Architektur wird zum Versprechen für ein Kinoverständnis, das die sinnliche Wahrnehmung in den Mittelpunkt stellt. Und dies auf allen Ebenen. Statt eines klassischen Kinokiosks wird eine grosszügige Bar zwischen die beiden Kinosäle gebaut. Das gedämpfte Licht, die einnehmende Atmosphäre und der Projektionsstrahl, der an der Decke durch diesen Raum verläuft, sind Absicht: Wer hier ankommt, lässt den Alltag vor der Tür und taucht in die Kinowelt ein. Dass man auch bequem und grosszügig sitzt, ist selbstverständlich – genauso das Vorführen der Filme in der Originalversion, das Kinovergnügen ohne Pause und Popcorn oder das Programmieren eines Kurzfilms als Auftakt.

Am 31. Oktober 2002 eröffnet die Neugass Kino AG mit den Filmen «Mani Matter – Warum syt dir so truurig», «Hilfe, ich bin ein Junge» und «Il voto e segreto» unmittelbar neben dem Riffraff 1/2 die Kinos Riffraff 3 und 4. In den neuen Räumlichkeiten wird Bewährtes aus den Erfahrungen mit dem «alten» Riffraff aufgenommen und weiterentwickelt.

Die Marcel Meili, Markus Peter Architekten AG und die Staufer & Hasler Architekten AG, die mit dem Einbezug des Projektionsstrahls im ersten Riffraff-Bau für Aufsehen sorgten, haben diese Idee wieder aufgenommen und auf spielerische Art weiter ausgebaut: Der Projektionsstrahl ist offen gelegt und wirft seinen Widerschein in die Lounge des Bistros. Die freigesetzte Magie des Kinos bewirkt eine unverwechselbare Stimmung – vom tageslichtdurchfluteten Bistrobereich über die Lounge bis ins Schwarz des Kinosaals.

Houdini