Rosetta
Goldene Palme Cannes 1999
Ein Vorort einer kleinen belgischen Stadt. Rosetta lebt mit ihrer alkoholabhängigen Mutter in einer Wohnwagensiedlung. Nichts will sie mehr, als einer geregelten Arbeit nachzugehen, sei es als Fabrikarbeiterin, als Verkäuferin, egal was.
Aber nichts ist schwerer als das. Atemlos, gleich einem gehetzten Tier, stürzt Rosetta voran, fällt hin, rappelt sich mit endloser Energie wieder auf, sieht die Hand nicht, die ihr entgegengestreckt wird. Rosetta ist besessen von der Furcht, unterzugehen, besessen von der Schmach, eine Aussenseiterin zu werden. Sie sehnt sich nach einem normalen Leben. Auch sie will eine Chance haben.
Hautnah verfolgen Luc und Jean-Pierre Dardenne die kämpferische junge Frau mit der Handkamera, registrieren mit äusserster Präzision jede ihrer Bewegungen. Diese Intensität erinnert an "Dogma", doch die Dardennes pflegen diesen direkten, authentischen Stil schon seit Jahren.
Ein kontroverser, aber mutiger Jury-Entscheid, diesen kompromisslosen Film in Cannes mit der Goldenen Palme auszuzeichnen.
"ROSETTA ist die moderne kleine Schwester von John Cassavetes' Gloria."
Le Temps
"Ein Film wie ROSETTA versetzt mich in Aufregung und Euphorie."
David Cronenberg (Jury-Präsident - Cannes 1999)